Pandemie: Geschichte


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Roman: Die Virenjägerin
Die Vierenjägerin
Ein Pandemie-Roman


Eine Grippe-Pandemie ist nicht irgendein nie dagewesenes Hirngespinst ängstlicher Hypochonder, sondern es gab immer wieder Grippe-Pandemien.

Mittelalter

Schon im Mittelalter gab es weltweite Ausbrüche der Grippe.

Über diese Grippe-Pandemien sind jedoch nur wenig Details bekannt.

Manche Forscher vermuten sogar, dass der "schwarze Tod" im Mittelalter möglicherweise gar keine Pest war, sondern eine besonders schlimme Form der Grippe, die mit Blutungen ins Gewebe einherging, sodass die Kranken "schwarz" wurden.

Eventuell traten solche extremen Grippe-Pandemien in Kombination mit der Beulenpest auf, was die Identifizierung des "schwarzen Todes" erschwert.

Aber zu diesen Thesen gibt es noch keine greifbaren Forschungsergebnisse.

20. Jahrhundert

Im zwanzigsten Jahrhundert gab es drei Grippe-Pandemien.

1918: Spanische Grippe

Der schlimmste Ausbruch fand 1918/1919 statt, kurz nach dem ersten Weltkrieg.

Bei dieser Pandemie starben zwischen 20 und 40 Millionen Menschen weltweit, mehr als im Krieg gestorben sind.

Diese Grippe-Pandemie wird auch "spanische Grippe" genannt.

Nicht etwa, weil sie in Spanien entstanden ist, sondern weil in Spanien zuerst offen darüber berichtet wurde.

Wo die spanische Grippe zuerst auftrat, ist bislang unklar.

Möglicherweise entstand sie nahezu unbemerkt in der Nähe von Hongkong und wurde dann von Soldaten nach Nordamerika und Europa gebracht.

1957: Asiatische Grippe

1957 folgte die "asiatische Grippe".

Sie forderte etwa 1 Million Tote, war also im Bergleich zur spanischen Grippe relativ harmlos.

1968: Hongkong Grippe

1968 folgte die "Hongkong Grippe".

Sie forderte etwa 700.000 Todesopfer.

Schwerer Verlauf bei jungen Menschen

Bei einigen Grippe-Pandemien, z.B. bei der spanischen Grippe 1918, war auffällig, dass vor allem junge Erwachsene erkrankten und starben.

Das ist insofern verwunderlich, weil bei der normalen Grippe vor allem alte Menschen und kleine Kinder betroffen und gefährdet sind.

Inzwischen hat man herausgefunden, dass die jungen Menschen bei der spanischen Grippe nicht an den Wirkungen des Viruses und einem für den Virus zu schwachen Immunsystem gestorben sind, sondern daran, dass ihr Immunsystem zu heftig auf die Viren reagiert hat.

Das überaktive Immunsystem hat einen sogenannten Zytokinsturm ausgelöst. Damit wollte es die Grippe bekämpfen, hat aber stattdessen den Tod des Erkrankten bewirkt.

Zytokine sind Proteine, die vom menschlichen Immunsystem hergestellt werden. Das bekannteste Zytokin ist das Interferon, auch von Interleukin hört man immer mal wieder. Normalerweise sind diese Zytokine sehr nützliche Substanzen, die dem Körper bei der Heilung von Infektionen und sogar Krebs helfen.

Aber wenn zu schnell zu viele dieser Zytokine ausgeschüttet werden, kommt der Körper nicht mehr damit klar. Es ist wie eine heftige allergische Reaktion, wie ein anaphylaktischer Schock. Natürlich ist ein Zytokinsturm aufgrund einer Pandemie-Grippe etwas ganz anderes als ein anaphylaktisher Schock beispielsweise durch Bienenstich-Allergie. Aber vom Grundprinzip her betrachtet, sind sie durchaus vergleichbar.

Das Immunsystem von älteren und schwächeren Menschen ist nicht mehr sehr reaktionsfreudig, sodass es weniger leicht zu einem Zytokinsturm kommen kann. Da wird der Nachteil, der sonst zu häufigeren Infektioenn führt, zu einem lebensrettenden Vorteil.

Bei jungen Menschen reagiert das Immunsystem heftig auf den bisher unbekannten Virus. Die Reaktion fällt so heftig aus, dass es zu dem potentiell tödlichen Zytokinsturm kommt.

Anders als bei einer normalen Grippe kann es bei einer solchen Pandemiegrippe also nicht das Ziel sein, das Immunsystem der Menschen zu stärken, sondern es muss eher gebremst werden.

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